Gemeinde Lonsee, 29.03.2010
URL: http://www.lonsee.de/Druck/00000023.html
Ettlenschieß
Teilort Ettlenschieß
 |
| Wappen Ettlenschieß |
Der Teilort von Lonsee entwickelte sich auf einer Anhöhe der
Lonetal-Kuppenalb, sozusagen auf der Paßhöhe zwischen Langenau und Geislingen im
16. Jahrhundert, zu einem regelmäßig angelegten Straßendorf entlang der
Dorfstraße, die im Norden auf die Scheibenstraße stößt.
Hier transportierte
man Salzscheiben vom Salzburger Land in Pferdefuhrwerken zum Neckar und Rhein.
Im Gasthaus "Zum Hirsch" wurden damals die Pferde gewechselt.
Der älteste
Siedlungskern ist am Lindenplatz mit der im ummauerten Friedhof stehenden
Georgskirche und den umliegenden Höfen zu suchen. Lindenhof wurde um 1400
erwähnt. Turm und Chor gehören wahrscheinlich zu den ältesten Teilen der Kirche.
Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert. Das Pfarrhaus, 1641 aus einem Söldnerhaus
umgebaut, steht am Ortsausgang nach Lonsee.
Das älteste Haus im Dorf dürfte
das ehemalige Ulmer Amtshaus aus dem Jahre 1563 sein. Heute Schmiedbauer
Seibold. Die drei kleinen Häuser am Eingang zum Lindenplatz sind etwas
Besonderes: eines dient heute noch als Backhaus (seit 1878), ein Anderes
enthielt die ehemalige Wachstube für den Nachtwächter. Einen ländlichen
Charakter behielt das Straßendorf mit seinen zahlreichen Selden bis etwa um
1900. Erst nach dem zweiten Weltkrieg begann eine rege Bautätigkeit.
Nach oben
Geschichte
 |
| Klicken Sie auf das Bild, um zu einer größeren Ansicht zu gelangen |
Die früheste Erwähnung von Ettlenschieß ist in der
Überlieferungsgeschichte des Klosters Wettenhausen bei Günzburg zu finden
(Wettenhauser Annalen). Hier ist Ettlenschieß bereits 982 erwähnt. Im Jahre 1333
wird dann Ettlenschieß (Oetdelschiez) in einem Tauschvertrag zwischen dem Ulmer
Wengenkloster und dem Kloster Wettenhausen urkundlich genannt. Im Ulmer Salbuch
erschien es unter Ötlinschies.
Im Hochmittelalter gehörte Ettlenschieß
zur Herrschaft Albeck-Werdenberg und kam 1385 in den Besitz der Reichsstadt Ulm,
die 1508 ein auch Sinabronn umfassendes Amt einrichtete und 1563 ein Amtshaus
baute. Im Jahre 1774 wurde das Amt mit Lonsee vereinigt. Kirchlich gehörte
Ettlenschieß schon 1370 zum Bistum Konstanz. (liber marcarum 1370) Bei der
Einführung der Reformation im Gebiet der Reichsstadt Ulm im Jahre 1531 schloß
sich auch Ettlenschieß einer Neuerung an. Bis 1935 war Ettlenschieß eigene
Pfarrei. Danach wurde es Filiale von Weidenstetten.
Im Jahre 1803 wurde
es mit Ulm bayrisch. 1810 wurde es württembergisch und Teil des Oberamts Ulm, ab
1938 Landkreis Ulm. Am 1.April 1972 wurde Ettlenschieß im Zuge der
Gemeindereform mit Lonsee vereinigt.
Nach oben
Ortsplan u. Verkehrsanbindung
 |
| Klicken Sie auf die Karte, um zu einer größeren Ansicht zu gelangen |
Die Landstraßen Nr. 1229 und Nr. 1232 kreuzen sich in Ettlenschieß.
Anschluß über die B 10 an die A 8 Karlsruhe-München (bei Dornstadt). Bahnstation
Lonsee (2,5km) oder Amstetten (4km).
Nach oben
Öffentliche Einrichtungen
Feuerwehrhaus Roßäckerweg
Dorfgemeinschaftshaus mit Ortsverwaltung Dorfstraße
Kindergarten Roßäckerweg
Gemeindebackhaus Dorfstraße
Kinderspielplatz Pfarrer-Engel-Weg
Bolzplatz Schießhausweg
Schießanlage Schießhausweg
Bankfiliale der Raiba Ulmer Alb an der
Gartenstraße
Nach oben
Vereine
 |
| Backfrauen in Ettlenschieß |
Gesangverein Liederkranz Ettlenschieß
Schützenverein Ettlenschieß
Landfrauenverein Ettlenschieß
Posaunenchor
Verschiedene kirchliche
Gruppen, Frauenkreis, Montagstreff usw.
Jagdgenossenschaft
Feuerwehr
Nach oben
Besonderheiten
 |
| Kirche in Ettlenschieß |
Kirche
Wandmalereien im Chor an Nord- und Ostwand aus dem 14. Jahrhundert (Szenen aus dem Passionszyklus). Das Altarblatt stammt wohl aus dem 17. Jahrhundert.
Tiefster Punkt der Gemarkung ist mit 587m NN die Markungsgrenze zu Amstetten im Tiefental.
Die Markung ist 994 ha groß.
Seit über 100 Jahren besteht in Ettlenschieß eine klimatologische Niederschlagsstation des Deutschen Wetterdienstes.
Höchster Punkt der Gemarkung im "Kreuz" mit 689m NN.
Gasthof zum "Hirsch"
An der alten Salzstraße, der sogenannten Scheibenstraße, nachweisbar seit 1525 schon immer gewesen. Damals noch Taverne ohne Quartier und Unterkunft für Reisende. Spätestens seit 1633 Herberge mit Nachtquartier für Reisende. 1659 Braugerechtigkeit.
Nach oben
 |
| Lange Lache im Sommer |
Lange Lache
Eine Naturhüle am Ortsausgang nach Amstetten. Die Lehme des Jura-Nagelfluhfeldes bilden die wasserundurchlässige Unterlage dieser Hüle.
Pfingstlümmel
Ein alter Pfingstbrauch. Er zieht am Pfingstmontag mit Fuhrmann im Blauhemd und vier Eierbettlern nach intensiven Vorbereitungen durchs Dorf. Dieser alte Pfingstbrauch ist jedes Jahr ein großes Ereignis für die Schuljugend. Er wird von den Schulbuben dargestellt. Diese sind mit grünem Buchenlaub und Blumen eingehüllt, gleichsam ein Bild des Frühlings. Das Grüne, die Eier und das Lebendige sollen Gesundheit und Wachstum andeuten.
Ortschaftsrat Ettlenschieß
 Name |
 Anschrift |
Telefon |
 Partei |
| Miller, Wolfgang |
Kraftholzweg 2 |
239 |
BL |
| Seibold, Georg |
Dorfstraße 27 |
6444 |
BL |
| Seitz, Jürgen |
Gartenstraße 7 |
707 |
CDU |
| Schneller, Jörg |
An der Säge 2 |
92 12 33 |
CDU |
| Koch, Birgit |
Fliederweg 13 |
420 |
UWG |
| Rapp, Jürgen (OV) |
Pfarrer-Engel-Weg 4 |
408 |
UWG |
| Wurster, Christoph |
Kraftholzweg 1 |
95 13 13 |
UWG |
| Scheible, Wolfgang |
Hinter den Gärten 14 |
6379 |
UWG |
Baulanderschließungen
Vorwiegend für den örtl. Bedarf:
1961 Fliederweg
1978/79
Seesteigäcker 1
1987 Roßäcker
1993 Seesteigäcker 2
2000
Weidenstetter Weg
Nach oben
Copyright © 2000 Gemeinde Lonsee